Civ* - back to life

BRM

Dieser Post ist einem meiner Blog-Einträge bei 3 of a kind entnommen:

Es gibt wie ihr bereits gemerkt habt mehrere Arten BRM zu betreiben. Der eine möchte überaus komfortabel in einem Limit spielen (siehe gummihuhn), da er sich z.B. dazu entschieden hat zwischendurch einfach mal was auszucashen, weshalb er 30-40 BIs als Grundbedarf festgelegt hat. Andere spielen mit einem soliden BRM, was knapp 20 BIs bedeutet. Diese Spieler befinden sich noch im Aufbau ihrer Bankroll. Gerade zu Beginn, wenn man sich relativ sicher ist, ein Limit zu schlagen kann diese Variante sehr gut sein um schnell seine Bankroll aufzubauen. Wichtig ist hierbei das man aber auch bereit ist das Limit zu droppen, wenn halt mal gerade alles nicht so wirklich gut läuft. Generell kann man da natürlich keine Aussagen machen, allerdings sollte mit nur noch 15 BIs gedroppt werden. So haben wir immer noch eine komfortable 30 BIs für das untere Limit.

Beispiel: Wir spielen NL50 und haben unsere Bankroll auf 2.000$ gebracht. Nun entschließen wir uns auf NL100 umzusteigen. Allerdings kommen wir mit dem Limit noch nicht ganz klar, und verlieren auch etwas Varianzbedingt 500$, also 5 BIs. An dieser Stelle sollten wir wieder auf NL50 zurück gehen. Wir haben für NL50 immer noch eine 1.500$ Bankroll, was also selbst Spielern mit einem komfortablen BRM mehr ausreicht. Ebenfalls brauchen wir auch nicht so lange, um die nächsten Shots Richtung NL100 zu machen.

Es gibt auch noch die Variante mit 10 oder weniger BuyIns, allerdings sollte dies wirklich nur für NL10/25 maximal genutzt werden, wenn wir uns im Bankroll Aufbau befinden. Bei dieser Variante besteht die Große Gefahr durch einen Downswing oder einfach nur Tilt die komplette Bankroll zu verlieren. Da wir ja auch nicht jeden Monat wieder etwas einzahlen wollen, auch die explizite Empfehlung dies nur für NL10 und NL25 zu machen, da 100-250$ einem wohl “nicht so weh tun” sollten. Klar, der ein oder andere macht etwas mehr Geld und kann auch sofort ein größeres Grundkapital einbringen, doch die Leute, die wirklich von unten anfangen wollen, wirklich das 10 BuyIn-Konzept nur als Hinweis, das man sowas machen könnte.

Wer nun allerdings denkt, dass eine bestimmte Variante für ihn die Beste sei, dem kann man auch sagen, dass dies nicht so generell richtig ist. Meiner Erfahrung nach spielen da auch noch einige andere wichtige Faktoren mit ein. Einer dieser Faktoren ist der Spielstil der verfolgt wird. Wenn man eher nittig spielt, wird man nicht so herbe Swings in seiner Bankroll haben, als das man es als LAG (“LAG mit Bremse” wie es Ivo Donev im Intellipoker-Blog so schön formulierte) erleben wird. Dies sind allerdings ganz normale Phänomene, die mit dem Spielstil erklärbar sind. Ein LAG wird mehr Flops sehen und auch öfters größere Pöte spielen, während ein Nit selten einen Flop anschaut, und auch kaum einen größeren Pot spielen wird, und wenn wird er in der Situation meist die deutlich beste Hand halten. Entsprechend sollte man sich überlegen, welchen Spielstil man selbst spielen will oder für sich am Besten hält, und seine Bankroll diesem anpassen.

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